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Zerstörte Wohnungseingangstür

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Die Entscheidung zur zerstörten Wohnungseingangstür

Ein Wohnungseigentümer hat gegenüber der Gemeinschaft einen Anspruch darauf, dass eine irreparabel beschädigte Wohnungseingangstür durch eine gegenüber anderen Wohnungen gleichwertige Tür ersetzt wird, selbst dann, wenn der Wohnungseigentümer oder sein Mieter den Schaden an der Tür verschuldet hat (LG Dortmund, Urteil vom 11.04.2017, in: DWE 2017, S. 124 f).

Der Fall: Mieter zerstört Wohnungseingangstür

Der Mieter einen Eigentumswohnung verschuldet eine Beschädigung seiner Wohnungseingangstür. Die Tür kann nicht repariert werden, sie wird deshalb durch ein Provisorium ersetzt. Der betroffene Wohnungseigentümer verlangt von der Gemeinschaft die Erneuerung der Tür. Zu Recht?

Das LG Dortmund mein ja. Es hebt deshalb auf Anfechtung den Beschluss der Gemeinschaft auf, der da lautete: „Die Wohnungseingangstür soll im jetzigen [provisorischen Zustand] erhalten werden.

Die Begründung: Provisorium reicht nicht aus

Was auf den ersten Blick sonderbar anmutet, ist richtig. Soweit aus der Besprechung in DWE ersichtlich, liegen der Entscheidung folgende Gesichtspunkte zu

Verband muss irreparabel beschädigte Wohnungseingangstür austauschen

Wohnungseingangstür ist zwingend Gemeinschaftseigentum

Die Wohnungseingangstür ist zwingend gemeinschaftliches Eigentum. Das hat der BGH bereits 2013 entschieden. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass die Wohnungseigentümergemeinschaft die beschädigte Tür auch erneuern muss. Die Wohnung verfügte ja über eine funktionierende (provisorische) Wohnungseingangstür.

Das Ergebnis hat das Landgericht aus folgender Überlegung gezogen: Unter Anwendung des Gleichbehandlungsgrundsatzes hat jeder Wohnungseigentümer nicht nur einen Anspruch, dass die Wohnungseingangstür ihren funktionalen Zweck erfüllt, „sondern auch darauf, dass die Wohnungseingangstür dem übrigen Standard im Haus entspricht, und zwar in Form, Abmessungen, Farbe, Material sowie auch darauf, dass die Tür den gleichen Sicherheitsstandards genügt.“ (ZWE 2017, S. 125).

Ausdrücklich wies des LG jedoch darauf hin, dass die Frage, wer für die Instandsetzung der beschädigten Wohnungseingangstür (allein) zuständig ist, davon zu trennen ist, wer für die Kosten aufzukommen hat (vgl. DWE 2017, S. 125).

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