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6. März 2016
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Qualifikation eines WEG-Verwalters

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Bisherige Regelung für Qualifikation eines WEG-Verwalters

Bisher existiert kein gesetzlich geregeltes Berufsbild des Wohnungseigentumsverwalters. Es bedarf lediglich einer Gewerbeerlaubnis, die mangels entgegenstehender Regelung derzeit Jedermann erhalten kann. Deshalb darf jeder – auch mit Nullqualifikation – Wohnungseigentum verwalten. Das ist angesichts der erheblichen Werte, um die es beim Immobilieneigentum geht und der Komplexität der Materie unvertretbar.

Geplante Neuregelung für WEG-Verwalter

Deshalb soll nach einem Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft eine Berufsregelung für gewerblich tätige Wohnungseigentumsverwalter in der Gewerbeordnung (§ 34c GewO – RefE) eingeführt werden. Danach soll diese Tätigkeit erlaubnispflichtig werden. Das ist unserer Auffassung nach überfällig. Zum Erhalt der Erlaubnis muss u.a. eine Prüfung vor der IHK abgelegt und ein ausreichender Versicherungsschutz nachgewiesen werden.

Die Verwaltung von Wohnungseigentum erfordert qualifizierte Berufsausbildung - Immobilienkaufmann

WEG-Verwalter braucht eine qualifizierte Ausbildung

Unberührt davon bleibt aber nach wie vor die Selbstverwaltung durch einen Miteigentümer, die auch künftig ohne Gewerbeerlaubnis zulässig bleibt.

LG Stuttgart zeigt Notwendigkeit der Ausbildung für WEG-Verwalter

Wie notwendig eine solche Regelung ist, zeigt eine Entscheidung des LG Stuttgart (Urteil vom 29.07.2015, 10 S 68/14, ZWE 2016, S. 97 f.). Entgegen einer Entscheidung des LG Düsseldorf vom 18.10.2013 entschied das LG Stuttgart:

Ein Verwalterkandidat ist nicht allein deshalb ungeeignet, weil er keine Ausbildung in der Immobilienverwaltung absolvierte und noch nie selbständige Erfahrungen als WEG-Verwalter gesammelt hat. Eine Verwalterbestellung eines Kandidaten kann auch dann ordnungsgemäßer Verwaltung entsprechen, wenn dieser weder über eine betriebswirtschaftliche noch über eine rechtliche Ausbildung verfügt (also Nullqualifikation reicht!).

Wir halten diese Entscheidung für unvertretbar. Das ergibt sich insbesondere auch aus den weiteren Erwägungen des Gerichts:

LG Stuttgart stellt kaum Anforderungen an WEG-Verwalter

Das LG hielt es für ausreichend, dass die bestellte Verwalterin bei der Wahl die Zusagen gab, sich zur Einarbeitung in das Amt kundig zu machen, Fortbildungen zu besuchen und die notwendigen Versicherungen abzuschließen. Ihre berufliche Stellung als Polizeibeamtin weise sie als zuverlässig aus.

Ihre Bestellung habe für die Wohnungseigentümer gegenüber den anderen Bewerbern zudem den Vorteil, dass die von ihr geforderte Verwaltervergütung mit 10 Euro netto pro Einheit und Monat deutlich günstiger sei, als die der Mitbewerber.

Eine fachliche Qualifikation sei auch nicht Voraussetzung für die Ausübung einer Verwaltertätigkeit.

Da fragt man sich dann schon, warum es einen Kaufmann für Wohnungseigentumsverwaltung oder einen Immobilienkaufmann (früher Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft) gibt! Ist es vielleicht doch richtig, dass die Verwaltung von Wohnungseigentum umfassende Kenntnisse aus diesem Bereich erfordert?

WEG-Verwalter ohne Ausbildung ist ein Unding

Ausbildung zum Immobilienkaufmann unverzichtbar

Die Entscheidung macht überdeutlich, dass der Gesetzgeber gefordert ist.

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