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Spekulation

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Derzeit beschäftigen sich Wohnungseigentümer vermehrt mit der Frage, wie sie die Instandhaltungsrücklage am vernünftigsten anlegen. Bei der als sicher geltenden Anlage in Form von Festgeld sind die Zinsen mittlerweile auf deutlich unter 0,5 % p.a. gerutscht. Bei einer Inflationsrate von fast 2 % p.a. verliert die Rücklage damit jährlich real an Wert.

Das führt immer wieder dazu, über „bessere“ Anlagemöglichkeiten nachzudenken: Sei es eine Anlage in Gold oder in einem Fond oder sei es eine Anlage im Ausland, wo es zuweilen höhere Zinsen gibt.

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Niedrige Zinsen führen zu Spekulationsgedanken (c) Rainer Sturm/pixelio.de

Hinsichtlich der Zinshöhe, die zu erzielen ist, gilt ein einfacher Grundsatz: Je risikoreicher die Anlageform ist, desto höher sind die versprochenen Zinsen und je länger Geld angelegt wird, desto Höhe sind die Zinsen.

Prof. Dr. Martin Häublein setzt sich in seinem Aufsatz „Zulässigkeit einer spekulativen Anlage des Rücklagevermögens“ (ZMR 2013, S. 945 ff.) mit dieser Frage auseinander. Wenn wir ihn richtig verstehen, vertritt er die Ansicht, daß auch eine spekulative Anlage der Instandhaltungsrücklage ordnungsgemäßer Verwaltung entsprechen kann, wenn die (überwiegende) Mehrheit der Wohnungseigentümer damit einverstanden ist. Er meint: „Richter, die über die Rechtmäßigkeit einer Anlageentscheidung befinden, sollten sich fragen, warum sie meinen, Risiken besser einschätzen zu können als die Mehrheit der Eigentümer.“

Offenbar wird aus Frustration über den Wertverlust einer geringverzinslichen Anlage versucht, ein Scheunentor aufzustoßen. Wir raten dringend: Finger weg! So groß die Versuchung aus sein mag, mehr rauszuholen. Das Risiko ist um ein Vielfaches größer. Wir bleiben dabei, daß nur eine sichere Geldanlage Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Verwaltung entspricht. Und sicher ist genau das, was durch einen Einlagensicherungsfond abgesichert ist. Fehlt es daran, droht im schlimmsten Fall eben der Totalverlust.

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